Zum Inhalt springen
← Zur Startseite

SHOPFLOOR

Von der Maschine zu Daten, mit denen ihr arbeiten könnt

In vielen Hallen laufen die Anlagen. Die Zahlen dazu sitzen in der Steuerung, in Logs oder nirgendwo. Ich hole sie dort ab und mache sie im Alltag nutzbar — für Schicht, Instandhaltung und IT.

Für wen das ist

Für Werkleitung, Instandhaltung und die Leute zwischen OT und IT. Nicht für einen Data-Science-Pitch. Es geht darum, dass jemand in der Frühbesprechung eine Zahl hat, der man traut.

Der Weg in ruhiger Sprache

Die Steuerung — oft Siemens — spricht ihre eigene Sprache. Dazwischen braucht es eine ruhige Strecke. Häufig sind das kleine Nachrichten von der Anlage (MQTT): wer hat was wann gemeldet. Am Ende eine Tabelle oder ein Bildschirm, den die Schicht versteht. Kein Werkzeugmuseum.

PRAXIS · ANONYMISIERT

Störungssuche im Steuerungsprogramm

  1. Ausgangslage

    Eine Siemens-S7-Steuerung meldete Störungen, aber der Weg zur Ursache führte durch den AWL-Export des Programms — Hunderte Netzwerke, die nur wenige im Haus lesen konnten.

  2. Gebaut

    Der Export wurde strukturiert eingelesen und von einem Sprachmodell analysiert: welche Bausteine greifen wo ein, welche Bedingungen hängen an der gemeldeten Störung.

  3. Ergebnis

    Ein detaillierter Fehlerbericht in Klartext, mit dem Instandhaltung und Steuerungstechnik gemeinsam arbeiten konnten — ohne dass jemand das Programm Netzwerk für Netzwerk durchgehen musste.

Was dabei rauskommt

Ihr seht, was die Maschine tut, ohne dass jemand Daten per USB-Stick zieht. Qualität und Vollständigkeit gehören dazu — eine schöne Grafik auf lückenhaften Signalen hilft niemandem.

Einstieg

Wir klären, welche Anlage, welches Signal, wer die Zahl braucht. Danach ein begrenzter Pilot: eine Strecke, die man anfassen kann. Skalieren nur, wenn das trägt.

Fragen, die Werkleiter stellen

Wo liegt der Engpass der Anlage?

Das zeigt sich erst, wenn Takt, Stillstände und Störmeldungen je Station auf einer Zeitachse liegen. Genau das baue ich zuerst: eine Strecke, die diese Signale sauber und vollständig abholt. Der Engpass ist dann keine Vermutung aus der Frühbesprechung mehr, sondern eine Station mit einer Zahl dahinter.

Wie kann ich die Produktion optimieren?

Nicht mit einem großen Programm, sondern mit der Frage, die gerade am meisten kostet: Rüstzeiten, Mikrostopps, Ausschuss an einer Station. Sind die Daten dazu belastbar, lassen sich Maßnahmen ausprobieren und am nächsten Tag am Bildschirm prüfen. Optimierung wird ein Kreislauf, kein Projekt.

Welche Komponente verursacht die meiste Ausfallzeit?

Dafür braucht es Störmeldungen mit Zeitstempel, Dauer und Zuordnung zur Komponente — aus der Steuerung, nicht von Zetteln. Dann ist es eine Auswertung: Ausfallzeit je Komponente, sortiert. Oft ist es nicht die Komponente mit den meisten Meldungen, sondern die mit den längsten.

Brauche ich dafür ein neues System?

Nein. Die Signale kommen aus der vorhandenen Steuerung; dazwischen genügt eine kleine, robuste Strecke — häufig MQTT — und am Ende eine Auswertung, die die Schicht versteht. Kommt später ein MES, ist diese Strecke die Grundlage, kein Wegwerfprojekt.